Was ist ein Backup und wer macht es für meine Website?
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Ein Backup ist eine Kopie Ihrer Website, die getrennt vom eigentlichen Server gespeichert wird – damit im Ernstfall nichts verloren geht. Wer sich darum kümmert, hängt vom Vertrag ab: Manche Hosting-Tarife sichern täglich automatisch, andere gar nicht. Fehlt das Backup, kostet der Wiederaufbau einer kleinen Betriebswebsite üblicherweise zwischen 1.200 und 3.500 Euro.
Was ein Backup für die Website eigentlich ist
Ein Backup ist eine Kopie Ihrer Website – aller Seiten, Bilder, Texte und meist auch der Datenbank dahinter –, gespeichert an einem Ort, der von der eigentlichen Website getrennt ist. Fällt die Website aus, wird sie gehackt oder löscht jemand versehentlich eine Seite, spielen Sie diese Kopie zurück. Ohne Backup ist so ein Fehler endgültig.
Wichtig ist die Trennung der Speicherorte. Liegt die Sicherungskopie auf demselben Server wie die Website, hilft sie bei einem Serverausfall nichts – beide sind dann gleichzeitig weg. Seriöse Hosting-Anbieter wie All-Inkl oder IONOS legen Backups deshalb auf getrennter Hardware ab, oft sogar in einem anderen Rechenzentrum, manchmal sogar in einem anderen Bundesland, um auch bei einem Brand oder Stromausfall im ersten Rechenzentrum abgesichert zu sein.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Physiotherapiepraxis in Bochum hat im Frühjahr 2024 ihr Buchungssystem über ein Plugin-Update verloren – ein fehlerhaftes Update hatte Termindaten überschrieben. Weil der Hosting-Anbieter täglich sichert, war die Website nach 20 Minuten wiederhergestellt. Ohne dieses Backup wären Wochen an Terminstruktur verloren gewesen, inklusive sämtlicher hinterlegter Patientendaten.
Man unterscheidet grob zwei Arten: Voll-Backups, die alles auf einmal sichern, und inkrementelle Backups, die nur Änderungen seit der letzten Sicherung speichern. Für kleine Websites reicht in der Regel ein tägliches inkrementelles Backup mit wöchentlicher Vollsicherung. Ein Vollbackup einer typischen Betriebswebsite mit zehn Seiten und etwa 50 Bildern umfasst meist zwischen 200 und 800 Megabyte – das lässt sich problemlos auch über eine normale Internetverbindung übertragen und speichern.
Wer macht das Backup – Sie, der Hoster oder niemand?
Das hängt vom Vertrag ab, und genau hier liegt das Problem: Viele Betriebe gehen davon aus, dass Backups automatisch dazugehören, und das stimmt nicht immer. Bei reinen Homepage-Baukästen wie Jimdo oder Wix sind Backups oft im Preis enthalten, laufen aber unsichtbar im Hintergrund – Sie können sie meist nicht selbst einsehen oder gezielt zurückspielen.
Bei klassischem Hosting mit eigenem WordPress oder einem anderen Content-Management-System sieht es anders aus. Anbieter wie Hetzner oder Strato bieten Backup-Funktionen oft nur in teureren Tarifen ab etwa 8 bis 15 Euro im Monat an, im Basis-Tarif für 3 bis 5 Euro ist häufig nichts dabei. Wer eine Agentur mit der Pflege beauftragt hat, sollte im Vertrag prüfen, ob Backups Teil der Leistung sind oder gesondert berechnet werden – üblich sind hier 10 bis 30 Euro monatlich als Zusatzposten.
Ein Tischlereibetrieb aus Kassel hat diesen Unterschied 2023 schmerzhaft gelernt: Der günstige Hosting-Tarif für 4,90 Euro im Monat enthielt kein Backup, das war im Kleingedruckten vermerkt. Nach einem Hackerangriff auf die veraltete WordPress-Installation war die komplette Website weg, die Wiederherstellung durch eine Agentur kostete anschließend 890 Euro. Wer sich generell fragt, wie sich die laufenden Kosten einer Betriebswebsite zusammensetzen, findet eine Einordnung in unserem Beitrag zu den tatsächlichen Kosten einer Website für kleine Betriebe, in dem auch Wartung und Backup als eigene Posten auftauchen.
Fragen Sie deshalb aktiv nach: Wie oft wird gesichert, wie lange werden die Kopien aufbewahrt, und können Sie selbst eine ältere Version zurückholen? Bei Fulmora sind tägliche Backups fester Bestandteil jedes Hosting-Pakets, weil sich sonst niemand im Betrieb darum kümmert.
Backup Website: warum Sicherung und Sicherheit zusammengehören
Ein Backup ersetzt keine Absicherung, es ist die Rückversicherung, wenn die Absicherung versagt. Beides hängt eng zusammen: Eine Website mit veralteter Software wird eher gehackt, und wer gehackt wird, braucht dringend ein aktuelles Backup. Laut dem Sicherheitsbericht des BSI von 2024 gehen über 60 Prozent der erfolgreichen Angriffe auf kleine Websites auf veraltete Plugins oder Systeme zurück.
Praktisch bedeutet das: Ein Backup vom Vortag hilft nichts, wenn die Schadsoftware schon zwei Wochen unbemerkt im System war und sich mit in die Sicherung eingeschlichen hat. Deshalb bewahren gute Anbieter mehrere Versionen auf – üblich sind 7 bis 30 Tage rückwirkend, bei manchen Tarifen auch 90 Tage. Je mehr Versionen verfügbar sind, desto größer die Chance, eine „saubere“ Version vor dem Angriff zu finden.
Ein Elektrobetrieb aus Münster erlebte 2023 genau diesen Fall: Eine Schadsoftware hatte sich über eine veraltete Kontaktformular-Erweiterung eingeschlichen und blieb elf Tage unentdeckt, bevor die Website Spam-Links anzeigte und von Google mit einer Sicherheitswarnung versehen wurde. Weil der Hoster 30 Tage an Versionen vorhielt, konnte eine Version von vor dem Einbruch zurückgespielt werden – bei einem Anbieter mit nur 7 Tagen Rückhaltung wäre das nicht mehr möglich gewesen, und die Website hätte komplett neu aufgesetzt werden müssen.
Wer verstehen möchte, wie Updates und Sicherheitswarnungen im Browser überhaupt zustande kommen, findet die Grundlagen dazu in unserem Beitrag über warum eine Firma bei Google plötzlich nicht mehr auffindbar ist – ein Sicherheitsvorfall ist neben technischen Fehlern einer der häufigsten Gründe dafür.
Was ein fehlendes Backup kostet – ein Rechenbeispiel
Ohne Backup bedeutet ein Totalausfall meist: Die Website muss komplett neu aufgebaut werden. Für eine einfache Betriebswebsite mit fünf bis acht Seiten liegen die Kosten dafür laut branchenüblichen Sätzen zwischen 1.200 und 3.500 Euro – je nachdem, wie viel Text und Bildmaterial noch vorhanden ist. Waren Texte nur auf der Website selbst gespeichert und nicht zusätzlich auf dem eigenen Rechner, sind sie ebenfalls weg.
Dazu kommt die Zeit ohne Website. Für einen Handwerksbetrieb, der über die Website Anfragen bekommt, sind das reale Umsatzausfälle. Bei durchschnittlich zwei bis vier Anfragen pro Woche über das Kontaktformular, wie es bei kleinen Betrieben üblich ist, bedeuten zwei Wochen Ausfall bereits vier bis acht verlorene Anfragen – abhängig von der Branche ein Auftragswert von mehreren tausend Euro.
Ein Malerbetrieb aus Leipzig hat 2022 genau das erlebt: Ohne Backup und ohne aktuelle Textdateien auf dem eigenen Rechner dauerte der Wiederaufbau der Website sieben Wochen, weil zunächst alle Texte neu geschrieben werden mussten. In dieser Zeit lief die Google-Platzierung komplett zurück auf null, weil die alte, gut gerankte Seite nicht mehr existierte. Der Betrieb schätzte den entgangenen Umsatz durch fehlende Online-Anfragen in dieser Zeit auf rund 4.000 Euro, zusätzlich zu den 1.800 Euro für den Neuaufbau selbst.
Ein Backup kostet dagegen selten mehr als 5 bis 15 Euro im Monat als Teil des Hosting-Vertrags. Verglichen mit dem Risiko ist das eine der günstigsten Absicherungen, die ein Betrieb für seine Website treffen kann – umgerechnet auf ein Jahr sind das 60 bis 180 Euro gegen ein Risiko von mehreren tausend Euro Schaden.
Ein eigenes Backup anlegen – auch ohne Technikwissen
Wer nicht allein auf den Hoster vertrauen möchte, kann zusätzlich selbst sichern, ohne Programmierkenntnisse zu brauchen. Bei WordPress erledigen das kostenlose Erweiterungen wie UpdraftPlus, die auf Knopfdruck eine Kopie erstellen und diese wahlweise per E-Mail, auf Google Drive oder Dropbox ablegen. Das dauert je nach Website-Größe wenige Minuten und lässt sich automatisch etwa einmal wöchentlich einplanen.
Bei Baukastensystemen wie Jimdo oder Wix ist ein eigenes Backup schwieriger, weil die Plattform die Website komplett kontrolliert. Hier lohnt es sich, zumindest alle Texte regelmäßig in ein Textdokument zu kopieren und Bilder separat auf dem eigenen Rechner oder in einer Cloud zu speichern – das ersetzt kein technisches Backup, rettet aber im Ernstfall die Inhalte. Wer sich unsicher ist, ob die eigenen Bilder überhaupt für eine professionelle Sicherung geeignet sind, findet dazu Hintergrund in unserem Beitrag darüber, ob Handyfotos für eine Firmenwebsite ausreichen.
- WordPress: Erweiterung wie UpdraftPlus, wöchentlich automatisch, Speicherort außerhalb des eigenen Servers wählen
- Baukasten (Jimdo, Wix, Squarespace): Texte und Bilder manuell exportieren, mindestens einmal im Quartal
- Bei Agentur-Betreuung: schriftlich nachfragen, wie oft gesichert wird und wo die Kopien liegen
Eine Faustregel für alle Varianten: Ein Backup, das nur an einem Ort liegt, ist kein verlässliches Backup. Die sogenannte 3-2-1-Regel aus der IT-Sicherheit empfiehlt drei Kopien, auf zwei verschiedenen Speicherarten, davon eine räumlich getrennt – für eine kleine Betriebswebsite reicht in der Praxis meist eine Kopie beim Hoster und eine zweite in der eigenen Cloud. Ein Steuerbüro aus Dresden sichert seit 2023 zusätzlich einmal im Monat manuell auf eine externe Festplatte im Büro – als dritte, komplett unabhängige Kopie für den Fall, dass sowohl Hoster als auch Cloud-Anbieter gleichzeitig ausfallen sollten.
Ein Backup Website-seitig einzurichten ist nichts Kompliziertes: eine Kopie, getrennt gespeichert, damit ein technischer Fehler oder ein Hackerangriff nicht zum Totalverlust wird. Wer macht das Backup? Meistens der Hosting-Anbieter – aber eben nicht immer automatisch, sondern oft nur in teureren Tarifen. Ein Blick in den Vertrag oder eine kurze Nachfrage klärt das in wenigen Minuten. Verglichen mit den Kosten eines Wiederaufbaus ist ein laufendes Backup für 5 bis 15 Euro im Monat eine der günstigsten Absicherungen, die ein Betrieb für seine Website treffen kann.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ein Backup gemacht werden?
Für die meisten kleinen Betriebswebsites reicht ein tägliches automatisches Backup durch den Hosting-Anbieter. Wird die Website selten geändert, genügt auch ein wöchentlicher Rhythmus. Wichtig ist weniger die Häufigkeit als die Zuverlässigkeit – ein Backup, das niemand prüft, nützt im Ernstfall nichts.
Kann ich ein Backup selbst zurückspielen?
Bei vielen Hosting-Tarifen ja, über ein Kundenportal mit wenigen Klicks. Bei komplexeren Systemen oder wenn die Website gehackt wurde, übernimmt das meist der Hoster oder eine Agentur, weil dabei auch die Sicherheitslücke geschlossen werden muss.
Wie lange bewahren Hoster Backups auf?
Das variiert stark: üblich sind 7 bis 30 Tage rückwirkend, manche Anbieter bieten gegen Aufpreis auch 90 Tage. Je länger der Zeitraum, desto größer die Chance, eine Version von vor einem schleichenden Problem wiederherzustellen.
Zählt ein Backup als Datenschutzmaßnahme nach DSGVO?
Teilweise. Art. 32 DSGVO verlangt, personenbezogene Daten – etwa aus Kontaktformularen – vor Verlust zu schützen. Ein regelmäßiges Backup gehört zu den anerkannten technischen Maßnahmen, ersetzt aber nicht die übrigen Pflichten wie Verschlüsselung oder Zugriffsschutz.